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Verbrennungsmotoren brachten seit jeher die Notwendigkeit mit sich, sowohl das Kraftstoff-Luft-Gemisch als auch die Zündung auf den jeweiligen Betriebszustand des Motors abzustimmen. Bereits
Henry Ford's Modell A ermöglichte es dem Fahrer durch Regler an
der Lenksäule, die Zündung und die Benzinzufuhr zu beeinflussen.
Heutzutage werden alle modernen Fahrzeuge von den Herstellern ausschließlich
mit elektronischen Motormanagementsystemen ausgerüstet. Ganz gleich,
ob es sich um die einem Vergaser ähnliche Zentraleinspritzung oder
um die weitaus effektivere Multiporteinspritzung, bzw. um eine Dieseldirekteinspritzung
im Common-Rail Verfahren mit Ladedruckregelung handelt - alle werden
von modernster High-Tech dem Motorsteuergerät gesteuert.1. Das Motorsteuergerät Das Motorsteuergerät ist für das gesamte Motormanagement verantwortlich und kontrolliert, steuert und regelt alle wichtigen Funktionen des Motors unter Berücksichtigung des jeweiligen Lastzustandes, in Abhängigkeit sämtlicher Umgebungsparameter, wie z.B. Außentemperatur und Luftdichte, Motor-, Kühlmittel- und Öltemperatur, etc. Dies wird durch die Erfassung der Betriebs- und Fahrdaten, mittels entsprechender Fühler und Sensoren, welche die Drücke, Temperaturen, Drehzahlen, Geschwindigkeiten und Luftmassen, mit hoher Präzision aufnehmen, ermöglicht. Das Motorsteuergerät arbeitet nun die, in einem speziellen Chip gespeicherte
Datenbank mit den entsprechend vorgegebenen Kennfeldern und Kennlinien
für Einspritzung, Zündung, Ladedruck und Lambda ab. So wird
beispielsweise laufend in Abhängigkeit des Lastzustandes und der
Umgebungsparameter der optimale Zündzeitpunkt, die notwendige Kraftstoffmenge
in Verbindung mit dem korrekten Einspritzzeitpunkt und dem entsprechenden
Ladedruck errechnet. Diese Datenbank wird nun beim Chiptuning nach neuesten Erkenntnissen optimiert, d.h. alle relevanten Kennfelder und Kennlinien, so z.B. für Einspritzzeit und -menge, Zündzeitpunkt und Ladedruckregelung, Drehmomentbegrenzung und Partikelemission, werden in Abhängigkeit zueinander über den gesamten Drehzahlbereich gemessen, ausgewertet und durch gezielte dreidimensionale Computerprogrammierung in Abhängigkeit zu Last und Drehzahl im Toleranzbereich insofern verändert, dass die maximale Leistung und das maximale Drehmoment, unter Berücksichtigung der Langlebigkeit des Motors sowie des minimalsten Kraftstoffverbrauchs, in einem optimalen Verhältnis zueinander stehen. Dadurch wird eine höhere Leistung des Motors, vor allem aber auch ein wesentlich höherer Drehmomentverlauf erreicht. Leistungs- und Drehmomentsteigerungen zwischen 25% und 55% sind bei Turbomotoren, 8% und 15% sind bei normalen Saugmotoren realisierbar, wodurch Beschleunigung, Agilität und Höchstgeschwindigkeit erheblich verbessert werden. Der Motor wird insgesamt lebendiger und kraftvoller, wobei die Lebensdauer, sowie die Alltagstauglichkeit des Motors bei maßvollen Tuning, verantwortungsvollem Gebrach und regelmäßiger Wartung ebenso wenig beeinträchtigt wird, wie beim Serienmotor. 2. Aufgaben des Motorsteuergerätes Zündverstellung Um den
Kraftstoff energiesparend und optimal ausnutzen zu können, ist
es wichtig, jederzeit in Abhängigkeit von Drehzahl, Last, Temperatur
und anderer Steuerparameter den richtigen Zündzeitpunkt zu berechnen
- beim Dieselmotor den optimalen Einspritzzeitpunkt. Schließwinkelsteuerung Je nach Drehzahl ist der zeitliche Abstand der Steuersignale des Zündsystems unterschiedlich. Zur Erzielung einer konstanten Zündenergie ist aber ein bestimmter Primärstrom nötig. Für diesen wiederum ist eine bestimmte Schließzeit erforderlich, die bei höheren Drehzahlen nicht immer erreicht wird. Dadurch können im höheren Drehzahlbereich Zündaussetzer entstehen. Klopfregelung Bei modernen sparsamen Motoren strebt man ein hohes Verdichtungsverhältnis an, um daraus ein hohes Drehmoment zu erreichen, welches einen geringeren spezifischen Verbrauch zur Folge hat. Bei steigender Verdichtung steigt aber die Gefahr der unkontrollierten Selbstentflammung, wodurch eine "klopfende" Verbrennung entsteht. Durch die Signale des Schwingungssensors am Motorblock, steuert das Motorsteuergerät die Zündung in Richtung "spät". Kraftstoffeinspritzung In Abhängigkeit
der Signale der Sensoren für vorhandene Luftmasse, Drehzahl, Last
und weiteren Korrekturfaktoren berechnet die Elektronik die notwendige
Einspritzzeit und Einspritzmenge um einer Einschränkung des Kraftstoffverbrauchs,
einer Verringerung der im Abgas enthaltenen Schadstoffe und um einer Erhöhung der spezifischen Motorleistung gerecht zu werden. Lambda-Regelung Das Kraftstoff-Luftgemisch wird durch den Mikrocontroller in Abhängigkeit der Abgaszusammensetzung (über die Lambdasonde gemessen) und auf den Idealwert (Lambda=1) geregelt, um einen hohen Wirkungsgrad des Katalysators und damit einen niedrigen Schadstoffgehalt zu erreichen. Im Endeffekt misst die Lambdasonde vor dem Katalysator den Restsauerstoffgehalt im Abgas. Diese Messwerte werden laufend an des Motorsteuergerät übertragen, welches diese Messdaten in seine laufenden Berechnungen mit einbezieht. Leerlauf-Füllungs-Regelung Unterschiedliche Motortemperaturen und die damit verbundenen Reibwerte, sowie Verschmutzung der Ansaugwege und vieler weiterer Faktoren führen bei gleichem Bypassquerschnitt zu einer unterschiedlichen Leerlaufdrehzahl. Durch die Leerlaufregelung wird die Füllmenge so variiert, dass die durch den Drehzahlgeber (Hallgeber) erfasste Drehzahl auf einem konstant definierten Wert bleibt. Ebenso werden hiermit auch die Parameter für Heiß- & Kaltstart berechnet. Ladedruckregelung Bei
Fahrzeugen mit Turbo-Aufladung wird zusätzlich durch das Steuergerät
die Höhe des nötigen Ladedrucks und das notwendige Ladevolumen
errechnet und durch entsprechende Fühler auf den Sollwert eingeregelt.
Abgasrückführung Um die Abgasqualität zu erhöhen, wird der angesaugten Frischluft Abgas in berechneter Menge beigemischt. Service und Sicherheitsfunktionen
3.
Funktionsweise des Motorsteuergerätes Ein
Motorsteuergerät ist ein Hochleistungsmikrocomputer, der aufgrund
seiner eingehenden Messwerte in Verbindung mit seiner vorgegebenen Datenbank
sämtliche Regel- und Steuerungsaufgaben berechnet. Eine Hauptaufgabe
bei Benzinmotoren ist die Berechnung der jeweils erforderlichen und
maximal möglichen Einspritzmenge. Die Einspritzmenge hängt
von der angesaugten Luft ab. Das Verhältnis Luft/Treibstoff muss
genau stimmen, damit der Katalysator einwandfrei arbeiten kann. Die
Hersteller ihrerseits müssen bei der Entwicklung der Motorsteuergeräte
viele Kompromisse eingehen. Das Fahrzeug muss einen möglichst geringen
Kraftstoffverbrauch haben und mit den gesetzlichen Abgasnormen konform
sein. Zu berücksichtigen sind weiterhin Unterschiede in der Treibstoffqualität
der einzelnen Länder, in welchen die Fahrzeuge zum Einsatz kommen,
Abgasentwicklung bei minderwertigem Kraftstoff, Überziehung von
Serviceintervallen und natürlich auch finanzielle Gründe wie
z.B. Versicherungsklassen. Durch diese Einschränkungen in der Serienproduktion
entsteht ein sehr konservatives und daher auch leistungsarmes Programm
für die Motorsteuerung. Erfahrungsgemäß bildet das Serienmotorsteuergerät
der Automobilhersteller nur einen Kompromiss. Die Kennfelder werden
in der Regel so angelegt, dass den Funktionstoleranzen im internem Datenaustausch
eine "Good Enough"- Effizienz gewährleistet ist. Im Übrigen
bieten mittlerweile nahezu alle Hersteller mechanisch identische oder
nahezu baugleiche Motoren mit unterschiedlichen Leistungsvarianten an.
Die stärkere und zumeist auch teurere Leistungsvariante, der ansonst
mechanisch nahezu identischen Motoren, wird oftmals nur über eine
abgeänderte Software im Motorsteuergerät realisiert. In der
Vergangenheit wurden die stärkeren Varianten oftmals erst 1 ½
- 2 Jahre nach dem Verkaufsstart des Fahrzeuges angeboten, um für
schon bestehende Kunden einen erneuten Kaufanreiz für ein neues
Fahrzeug zu geben. Die Marketingabteilungen haben hier ein gewichtiges
Wort. Wenn Sie bereit sind Ihr Fahrzeug regelmäßig zu warten
und im Vollastbereich etwas an Wirtschaftlichkeit einzubüßen,
dann steht Ihnen ein großartiges Leistungspotential zur Verfügung.
Unser Ziel ist es mit unseren Optimierungen, die Kraftentfaltung und
den Drehmomentverlauf über das gesamte Drehzahlband spürbar
zu verbessern - gerade bei Turbodieselfahrzeugen werden Sie nach der
Optimierung den Eindruck haben, in einer neuen Fahrzeugklasse zu sitzen.
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